Aktuelles

Mitteilungen des Arbeitsbereichs Neugriechisch

 

Aktuelle Projekt- und Forschungsarbeiten:

 

Projekt "Renato Mordo"

Am 5.11.2021 wird in Athen die Ausstellung zum Theater- und Opernregisseur Renato Mordo eröffnet.

Renato Mordo (1894-1955) war Sohn eines jüdisch-griechischen Kaufmanns aus Korfu und einer jüdischen Österreicherin. Er verließ das nationalsozialistische Deutschland und floh zunächst nach Prag und daraufhin nach Athen. Zunächst konnte er in Athen seiner schöpferischen Tätigkeit nachgehen, wurde schließlich inhaftiert und in das deutsche KZ Chaidari (einen Vorort von Athen) gebracht. R. Mordo überlebte das KZ und schrieb ein gleichnamiges Theaterstück, in dem er seine schrecklichen Erlebnisse verarbeitet hat. Bis 1947 lebte er zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn, der im Verlauf in die USA auswandern konnte, in Athen, das gleich nach Kriegsende vom fürchterlichen griechischen Bürgerkrieg geplagt wurde (1946-1949). Als „Jude“ von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt und terrorisiert, als „Deutscher“ im Athener Opernhaus diffamiert und entlassen, musste R. Mordo zwischen 1939 und 1947 Schreckliches erleben. Über verschiedene Zwischenstationen kam Mordo schließlich nach Rheinland-Pfalz und wurde 1952-1955 Leiter der Mainzer Oper.

Aus einer Initiative von Torsten Israel kam ein Kooperationsprojekt zustande, bei dem u.a. der Arbeitsbereich Neugriechisch der JGU Mainz, die Ionische Universität Korfu und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mitwirkten. Mehrere Studierende (insbesondere: S. Becker, A. Kiourtsi, K. Ntalouka und K. Takaridou) und alle Lehrenden des Arbeitsbereichs Neugriechisch haben in verschiedenen Lehrveranstaltungen, aber auch privat Texte von und über Renato Mordo vom Deutschen ins Griechische übersetzt. Ebenso wurde ein Interview von Peter Mordo (dem Sohn von R. Mordo) transkribiert, übersetzt und untertitelt. Sämtliche Texte wurden lektoriert und werden nun im Rahmen einer größeren Ausstellung in der Deutschen Schule Athen vom 5. bis 26. November 2021 präsentiert.

Ansprechpartner und weitere Infos: PD Dr. Christos Karvounis, karvoun@uni-mainz.de

 

Projekt: Übersetzung von G. Hering, Die Auseinandersetzung über die neugriechische Schriftsprache ins Neugriechische. 

G. Hering, Η διαμάχη για τη γραπτή νεοελληνική γλώσσα. Σύντομη ιστορία του γλωσσικού ζητήματος, Athen 2020

Übersetzungswerkstatt: Valia Vastardi, Ioanna Gyparaki, Anna Michail, Anthi Papageorgiou, Athina Papamarkaki, Stephan Rolke, Sonia Tsifi.

Ansprechpartner und weitere Infos: PD Dr. Christos Karvounis, karvoun@uni-mainz.de

https://www.cup.gr/book/i-diamachi-gia-ti-grapti-neoelliniki-glossa/